Fundtiere - gesetzliche Regelung Österreich

#1
Kennt sich jemand gut damit aus?

Wie genau ist das in Österreich geregelt wenn eine Katze Zugelaufen ist?

Muss man es der Polizei oder Gemeinden melden? Oder gibt es Fundstellen?

Wer übernimmt die Unterhaltungs- und Versorgungskosten wenn der Besitzer
nicht zu finden ist? Ich nehme an wenn der Besitzer wieder auftaucht muss dann
er die Kosten zurückzahlen.
 
#2
also polizei ist für fundsachen seit langem nicht mehr zuständig. in wien zb. meldet es man hier und ansonsten eben bei
der zuständigen bezirkshauptmannschaft oder eben magistrat --> dazu ist man verpflichtet, ansonsten ist es diebstahl (soferne es einen besitzer hat)
weiteres kann ich dazu kaum sagen
 
#3
Man verständigt die tierrettung oder bringt das tier ins tierheim, wenn du das nicht willst, gibt es so weit ich weiss keine regelung auf kostenersatz. Eben weil in Östereich tierheime dafür gefördert werden, fundtiere aufzunehmen.
 
#4
Ich kanns nur für Wien sagen:

Man ruft die MA60 Tierschutz an:

01/4000 8060

Die kommen dann und holen die Katze ab.

sollte die Katze keinen Besitzer haben oder anderwertig derweil bei dir verbleiben, musst du allein für die verpflegung, etc. aufkommen. das der besitzer was zurückzahlt, darauf würde ich mich nicht verlassen.

Es ist aber besser das Fundtier beim zuständigen amt zu melden, damit nach dem chip gesehen wird oder anderwertig versucht wird den besitzer zu finden und eben auch tierärztliche Versorgung gesichert ist.
 
#5
In Österreich gelten für Fundtiere folgende Regelungen, die auf dem Fundrecht und auf §30 Tierschutzgesetz beruhen:

Die Katze muss bei der Behörde = dem zuständigen Fundamt gemeldet werden, sonst ist es Fundunterschlagung (strafbar).
Meistens ist das auf der Gemeinde.

Das örtliche Tierheim ist auch zu verständigen. (Darüberhinaus ist es sinnvoll, aber nicht Vorschrift, Tierärzte in der Umgebung zu informieren, weil viele Eigentümer dort nachfragen.)

Die Katze muss auf einen Chip überprüft werden, damit festgestellt werden kann, ob sie registriert ist und wenn ja, wer der Eigentümer ist.
Das können Tierheime oder Tierärzte machen.

Ist die Katze in einer Datenbank registriert, wird der Eigentümer kontaktiert.

Wenn die Katze nicht gechipt oder der Chip nicht registriert ist:

Entweder das örtliche Tierheim übernimmt die Katze, oder die Katze bleibt beim Finder, wenn dieser die Verantwortung übernehmen will und das Tierheim zustimmt.

Wenn die Katze beim Finder bleibt, muss er für alle Kosten aufkommen, hat aber Anspruch auf Übernahme sämtlicher angefallener Kosten durch den Eigentümer,
falls sich dieser meldet, beweisen kann, dass es seine Katze ist und die Katze wiederhaben will.

(Wenn die Katze ins Tierheim kommt, muss der Eigentümer normalerweise auch zahlen, um sie wiederzubekommen; das ist aber je nach Gemeinde teils unterschiedlich geregelt).

Wenn sich innerhalb von einem Monat kein Eigentümer meldet, dann kann das Tier vom Tierheim vermittelt werden, wenn es im Tierheim war, bzw. geht ins Eigentum des Finders über, wenn es bei ihm geblieben ist.
Falls sich nach diesem Monat doch noch ein Eigentümer meldet, hat dieser nur innerhalb eines Jahres Anspruch darauf, den Wert des Tieres abzüglich der angefallenen Kosten erstattet zu bekommen. Das Tier muss ihm aber nicht mehr ausgehändigt werden (außer freiwillig, falls der neue Eigentümer dies wünscht).
 
Zuletzt bearbeitet:
#6
echt? spannend, wenn ich denk wie oft ich schon gehört hab, daß die Kosten dem Finder sein Problem sind wenn ers ned abgibt..

Offenbar ist das nicht mal den zuständigen Stellen so richtig bekannt. Oder wirds absichtlich ned erwähnt :gruebel:
 
#7
Steht im Tierschutzgesetz §30

3) Solange sich Tiere im Sinne des Abs. 1 in der Obhut der Behörde befinden, erfolgt die Unterbringung dieser Tiere auf Kosten und Gefahr des Tierhalters.
7) Wird nicht innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe gemäß Abs. 6 eine Ausfolgung im Sinne des Abs. 8 begehrt, so kann das Eigentum am Tier auf Dritte übertragen werden. Sollte daraufhin innerhalb Jahresfrist der Eigentümer sein Eigentumsrecht geltend machen, so ist ihm der gemeine Wert des Tieres abzüglich der angefallenen Kosten zu ersetzen.
"Der Tierhalter" ist hier der ursprüngliche Eigentümer, nicht das Tierheim oder die Privatperson, die als Pflegestelle für das Tierheim das Tier übernimmt.

Naja, das Tierschutzgesetz gibts ja eh erst seit 2004, also 11 Jahre, so schnell spricht sich sowas in Österreich nicht herum :lach:
 
#9
Vielen Dank für die ausführliche Aufklärung!!

Das hab ich eben auch schon öfters gelesen/gehört das
Fundstellen, Gemeinden usw. manchmal
falsche Aussagen machen und es einige leider nicht Wissen.
 
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