Schutzvertrag Arche Noah und Landestierschutzverein Graz?

graz2017

Katzenjunges
#1
Hallo zusammen,

nachdem das hier mein 1. Post ist, stelle ich mich kurz einmal vor: ich komme aus Graz und musste leider vor kurzem meinen 17jährigen Kater einschläfern lassen (wieder einmal die Nieren :( ). Jetzt möchte ich mir wieder möglichst bald 2 junge Katzen zu mir holen. Rasse ist mir wurst, und drum habe ich mich bisher bei Tierschutzvereinen "umgesehen".

Und noch vorab: ich möchte hier keine Grundsatzdiskussion lostreten, obwohl ich das Gefühl habe, dass es darauf hinauslaufen wird. :gruebel: Hier meine Frage: hat jemand eine Katze von der Arche Noah in Graz oder vom Tierheim in der Grabenstraße, und verlangen die einen Schutzvertrag? Mich würde insbesondere interessieren, wer Eigentümer der Katze wird/bleibt: das Tierheim oder ich?

Ich könnte jetzt einmal mit meiner Nachbarin hinfahren, aber einen dieser Schutzverträge mit allen Pflichten aber ohne Rechte kann ich guten Gewissens nicht unterschreiben und ich will nicht ihre Zeit stehlen. Auf meine Emails haben beide Heime leider nicht geantwortet (so wie die meisten Vereine).

Würde mich über eine Antwort freuen. Danke.

LG,
Petra
 

Spot

Hauskatze
#2
Mein Vorschlag wäre anrufen, das ist vom Zeitaufwand her vertretbar und Du kannst denen am Telefon Löcher in den Bauch fragen. Ich bin mir nicht sicher, ob Dir hier jemand so spezifische Informationen über ganz bestimmte TH geben kann.
Ich würde das an Deiner Stelle per Handy machen, die freuen sich ja auch, wenn sie merken, dass sich die Leute vor Anschaffung eines Tieres Gedanken machen...
 

graz2017

Katzenjunges
#3
Hallo,

ja, grundsätzlich hast Du Recht. Ich hab' auch schon dort angerufen und es klingt so, als ob ich da auch Eigentümer werde, aber ich bin nicht sicher, ob die Dame wirklich gewusst hab', was ich genau meine. Was ich ihr gar nicht verüble. Mir war bis vor Kurzem auch nicht bewusst, dass Eigentümer und Besitzer was anderes ist. :) Ich hab' mir nur gedacht, dass hier bestimmt wer ein Tier aus der Arche Noah hat, die sind ja nicht gerade klein.

LG,
Petra
 
#4
Heja,

zuerst einmal: ich verstehe, das so ein Schutzvertrag auf den ersten Blick heftig wirkt.
Die andere Frage ist: was hast du mit den Katzen vor, das dich das so stört? Klar ist rechtlich zw. Besitzer und Eigentümer ein Unterschied. Nur, solange es dem Tier gut geht, wird kein Verein das Tier für sich beanspruchen ;)
Rechtlich ist es aber für den Verein eine Rückversicherung, irgendwie die Chance zu haben das Tier wieder zurück zu bekommen, wenn es misshandelt wird oder der neue Besitzer sich nicht drum kümmert. Der Grund dafür: die Vereine haben die Tiere meistens aus mieser Haltung übernommen und mit viel Zeit, Liebe und Geld wieder aufgepäppelt - klar, das ihnen ihr weiteres Leben auch wichtig ist!

Ich gebe zu, im ersten Moment hat mich der Schutzvertrag auch nachdenklich gemacht... andererseits: wenn ich nicht virhabe das Tier zu quälen oder mich nicht darum zu künmern, passiert genau gar nichts - im Gegenteil: die Vereine freuen sich, wenn sie immer wieder mal Infos von ihren ehemaligen Schützlingen bekommen - und der neue Besitzer hat die Rückversicherung, das er auch Hilfe bekommt, falls mal irgendetwas ist. Denn: bei guten Vereinen kannst du jederzeit nachfragen falls du einen Rat benötigst. (sei es bzgl Krankheiten, Verhalten oder Ähnliches)

Wenn man den Schutzvertrag mal aus Sicht des Vereines und der Pflegestelle sieht, versteht man ihn. Und dann finde ich verliert er seinen Schrecken.... Und aus Sicht des Tieres: wenn man sich nichts zu Schulden kommen lasst, passiert nichts - und wenn doch: dann ist es im Sinne des Tieres, das ihm geholfen wird.

btw... gerade in Graz kann ich den Verein SOS Katze empfehlen - aber halt auch mit Schutzvertrag, der so ist wie er ist. Wenn dich ein Schutzvertrag stört, empfehle ich dir bei einem seriösen Züchter zu kaufen. Allerdings gibt es auch in den Kaufverträgen der Züchter Pflichten für den Käufer hnd Klauseln zum Schutz der Tiere (und einen vernünftigen Züchter zu finden ist auch nicht leicht)

Für mich ist ein Schutzvertrag bei einem Verein auch ein gewissens Qualitätsmerkmal. Ein Verein oder Mensch dem das weitere Leben des Tieres nicht wichtig ist, und der es mit einem Vertrag nicht absichern will, hat sich um das Tier vermutlich auch in seiner Obhut nicht wirklich interessiert....
 

graz2017

Katzenjunges
#5
Hallo,

also prinzipiell hab' ich gar nichts gegen einen Schutzvertrag und ich hab' auch nichts Grausliches mit den Katzen vor. Mir ist auch klar, dass man die allermeisten Verträge einmal unterschreibt und dann nie mehr braucht, weil ja üblicherweise beide Parteien daran interessiert sind, dass das Geschäft was wird, oder in diesem Fall, dass die Katze einfach ein gutes Zuhause hat.

Das Problem bei den Verträgen, die ich bisher gesehen habe, ist halt, dass die Rechte des jeweiligen Tierschutzvereins weit größer sind, als zum Schutz des Tieres notwendig.

Also wenn ich z.B. sage, das Tier bleibt Eigentum des Vereins und dann kommen x Vertragspunkte, die einzuhalten sind, sind diese x Vertragspunkte im Prinzip "egal". Weil als Eigentümer kann ich mein Eigentum zurückverlangen, wenn's mir einfällt. Da muss der Besitzer gegen keinen einzigen Punkt verstoßen haben.

Mir würde es ja schon reichen, wenn mir die Besitzrechte nur unter bestimmten Umständen entzogen werden können. Also irgendwie so: "Das Tier bleibt Eigentum des Vereins, der Übernehmer wird Besitzer. Der Verein darf dem Übernehmer die Besitzrechte nur dann entziehen, wenn er nachweislich gegen Art. 1, 2, 3 oder 5 verstoßen hat. Der Verein ist weiters berechtigt, bei Gefahr in Verzug das Tier vorübergehend an sich zu nehmen, bis eine gerichtliche Entscheidung vorliegt [also da würd's dann um Verstöße gegen's Tierschutzgesetz gehen]".

Wie das jetzt rechtlich genau formuliert werden muss, oder wie das mit Veterinäramt/Polizei/Gericht läuft, weiß ich natürlich nicht. Hatte noch nie damit zu tun.

Der Punkt ist, diese Schutzverträge gehen davon aus, dass jeder Tierhalter ein potenzieller Tierquäler ist, aber jeder Mensch, der beim Verein arbeitet oder jemals arbeiten wird, ist völlig in Ordnung und kann nie "durchdrehen". Das ist meiner Meinung nach ziemlich naiv. Also möchte ich, wenn's hart auf hart kommt, zusätzlich zu meinen Pflichten auch Rechte haben. Und umgekehrt. Dazu werden Verträge ja gemacht.

LG,
Petra
 
#6
Ich sehe es ähnlich wie Lisi. Ein Verein oder Tierheim will sich nur absichern, dass es dem Tier gut geht.

Sicher erschreckt einen der Schutzvertrag am Anfang vielleicht, aber ein Tierheim wird nicht einfach nach Gutdünken Katzen zurückfordern, sondern nur wenn wirklich etwas nicht passt. Was du halt bei einem Schutzvertrag nicht darfst, ist das Tier an andere weitergeben oder halt nur in Absprache mit dem Tierheim.

Ich glaube nicht, dass du mit deiner Aussage recht hast:

Der Punkt ist, diese Schutzverträge gehen davon aus, dass jeder Tierhalter ein potenzieller Tierquäler ist, aber jeder Mensch, der beim Verein arbeitet oder jemals arbeiten wird, ist völlig in Ordnung und kann nie "durchdrehen". Das ist meiner Meinung nach ziemlich naiv. Also möchte ich, wenn's hart auf hart kommt, zusätzlich zu meinen Pflichten auch Rechte haben. Und umgekehrt. Dazu werden Verträge ja gemacht.
Aber vielleicht, würde es dich beruhigen, wenn du einfach mal eine Pflegestelle odeer das Tierheim besucht und persönlichen Kontakt aufnimmst. Ich finde persönlicher Kontakt sagt oft viel mehr aus als ein möglicherweise nur im Internet heruntergeladener Schutzvertrag. Du lernst die Person dahinter kennen und kannst deine Befürchtungen ansprechen und bist dann vielleicht eher beruhigt.
 

graz2017

Katzenjunges
#7
Ich war bisher bei einem kleineren Verein persönlich, aber beruhigt hat mich das nicht. Also die Dame war echt nett und ich glaube nicht, dass es zwischen uns da ein Problem geben könnte. Ich finde die Arbeit, die dort geleistet wird, einfach großartig. Aber Dinge können sich leider ganz schnell ändern. Ich kenne Fälle in meiner Verwandtschaft, wo nach dem Tod der Lebensgefährtin der Stiefvater einfach jeglichen Kontakt zu allen abgebrochen hat, obwohl das Verhältnis zum Sohn der Lebensgefährtin vorher gut war.

Außerdem kann in 10 Jahren jemand anderes beim Verein sein, und die ist vielleicht zufällig meine Nachbarin und der passt es nicht, dass ich ab und zu Flöte spiele und steht jeden Tag vor der Tür und will kontrollieren. Was mach' ich dann? Zur Polizei gehen? Dann wird sie sagen: "ja dann, Katzen her".

Das mit dem Nichtweitergebendürfen ist meiner Meinung nach auch nicht gut durchdacht und müsste viel genauer definiert werden. Beispiel: ich nehme als Single 2 Katzen auf. Dann heirate ich und bekomme 3 Kinder. Alle sind glücklich, alle lieben die Katzen und kümmern sich. Nach 15 Jahren werde ich von einem Auto überfahren. Und dann kann der Verein kommen und meinen kleinen Kindern, die gerade ihre Mutter verloren haben, auch noch die geliebten Katzen wegnehmen?

Ich weiß schon, Ihr werdet sagen: der Verein hat da kein Interesse daran, eine alte Katze aus ihrer gewohnten Umgebung zu holen. Aber was ist, wenn die Zuständige der fixen Meinung ist, Katzen sollten nicht mit Kindern gehalten werden? Wo ist meine Absicherung?

Und das Argument, dass Katzen nicht zum "Wanderpokal" werden sollen, zieht bei mir auch nicht. Weil dann muss man einfach konkrete Bedingungen festlegen: "die Katze darf nur weitergegeben werden, wenn sie über 5 Jahre durchgehend in Besitz war. Der Besitzer hat sich von der Eignung des neuen Besitzers zu überzeugen. Der neue Besitzer muss in den Schutzvertrag in seiner ursprünglichen Form einsteigen und übernimmt alle Rechte und Pflichten daraus. Die Zeit verkürzt sich auf 2 Jahre, sofern die Katze in ihrer gewohnten Umgebung verbleibt und mit dem neuen Besitzer bereits seit mind. 1 Jahr im gemeinsamen Haushalt lebt. Eine entgeltliche Weitergabe ist auf jeden Fall unzulässig."

Also es gibt immer Formulierungen, wo ich mir denk: da sind die Bedenken von beiden Seiten berücksichtigt. Und wenn ich dann aber höre: "nein, da ändern wir sicher nichts", also "friss oder stirb", dann krieg ich schlicht und ergreifend Angst.
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Hmm, zu deinen Bedenken mit dem Nichtweitergeben. Bei unserem Lenox steh zum Beispiel nur ich im Vertrag, es wäre aber sicher kein Problem, wenn mit mir was ist, wenn mein Lebensgefährte die Katzen übernimmt, immerhin kümmert er sich ja genauso um sie wie ich. Im Schutzvertrag steht, dass mindestens einmal jährlich eine Info über den Zustand des Tieres an den Verein zu erfolgen hat. Ich poste halt auf fb öfters Fotos und vielleicht eine kleine Geschichte, das ist bei uns aber auch alles. Und ich denke die Pflegestelle würde mir durchaus ein weiteres ihrer Pflegis anvertrauen. Wenn natürlich mit mir und meinem Partner was ist, habe ich meine Eltern und Schwester informiert, dass Lenox zum Tierschutzverein zurück müsste, bzw. diese in die weitere Vorgehensweise eingebunden werden müssen.

Zu deiner Geschichte mit den Kindern. Die Katzen würden ja in ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Außerdem hat man ja nicht von heute auf morgen drei Kinder, das dauert ja eh länger und sowohl Kinder als auch Katzen haben in dieser Zeit genug Zeit sich aneinanderzugewöhnen. Ich persönlich finde es umgekeht viel schlimmer, wenn jemand sagt, ich bekomme ein Kind, also muss die Katze weg. Das geht gar nicht, finde ich. Und es gibt genug Beispiele wo, Katzen und Kind super funktioniert. Ich glaube nicht, dass ein Verein hier wirklich Probleme machen würde.

Ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken über mögliche Eventualitäten. ;)

Deer Schutz vertrag von unerem Tierschutzkater, liegt seit 3 Jahren und drei Monaten im Ordner - genauso lange wie er bei uns ist, und ich hatte seitdem nie das Gefühl das er uns in irgendeiner Weise einschränkt.
 

graz2017

Katzenjunges
#9
...Bei unserem Lenox steh zum Beispiel nur ich im Vertrag, es wäre aber sicher kein Problem, wenn mit mir was ist, wenn mein Lebensgefährte die Katzen übernimmt,...

...Ich glaube nicht, dass ein Verein hier wirklich Probleme machen würde....

...
Und genau um das geht's mir: Du glaubst, dass das kein Problem sein wird. Aber das steht nicht im Vertrag. Klar, zu 99% wird man sich eh' einigen. Aber der Schutzvertrag ist ja auch nicht dazu da, um Probleme einvernehmlich lösen zu können. Der ist dazu da, die Rechte der Parteien genau festzulegen, wenn sie sich einmal nicht einigen können. Und Tatsache ist, dass du eben nicht vor dem Richter stehen kannst und sagen: "ja, aber ich hab' mich ja so gut mit den Leuten vom Verein verstanden und sie haben mir gesagt, ich brauch' mir da keine Sorgen machen". Da wird dir der Richter was pfeifen.

Und ja, mag sein, dass ich mir zu viele Gedanken mach', aber so bin ich halt. Das wird sich auf die Schnelle nicht ändern. :)
 
#10
wie gesagt: die Alternative ist der Kauf bei einem seriösen Züchter- aber auch da sind die Klauseln für das TIER und nicht für den Menschen.

Du solltest eben weniger auf dich, als an das Tier denken... und ja, in so einem Dall muss man davon ausgehen, das jeder ein potentieller Tierquäler ist, eben weil man nicht in den Menschen reinschauen kann.

Automatisch zusammengeführtes Posting

Im übrigen: sprich mal mit den Vereinen warum der Vertrag so aussieht wie er aussieht - ich bin überzeugt, jeder gscheite Verein kann dir die entsprechenden Argumente liefern warum der Vertrag so formuliert ist.
 
#11
Also ehrlich: wenn eine Katze 10 Jahre bei mir ist und dann kommt jemand und nimmt sie mir grundlos weg ist das wohl nicht nur mein Problem, sondern dann ist es auch nicht im Sinne der Katze. Und ich will mich nur für den Fall absichern, dass mir das Tier grundlos weggenommen wird. Und das wird mir nicht zugestanden. Hallo!?!?

Ja, und bez. Vertrag schaut sich wohl ein Verein beim anderen den Vertrag ab und wenn ich einen Vertrag aufsetze schau' ich natürlich auch, dass ich möglichst viele Rechte und möglichst wenig Pflichten daraus habe. Aber dann verhandelt man und einer gibt da und der andere dort nach, und am Ende sind beide glücklich. So funktioniert's im Geschäftsleben, so sollte es auch hier sein.

Irgendwie kommt mir das schon so vor, dass man jeden, der nicht sofort und kommentarlos diese Verträge unterschreibt, gleich ins Tierquälereck stellt und dann klopft man sich gegenseitig auf die Schulter á la "super, jetzt hat unser Vertrag verhindert, dass dieser furchtbare Mensch ein Tier bekommt". Nein, hat er nicht. Denn da gibt's genug redliche Menschen, die eben nicht zum Züchter gehen wollen, sondern einem Tier, dass keinen so guten Start ins Leben hatte, ein schönes Leben bieten wollen. Und die vergrault man und das ist sicher nicht im Sinne des Tieres.

Ich finde es auch in Ordnung, dass man gewisse "Barrieren" einbaut, in dem man z.B. Vorkontrollen macht. Denn wenn man ein Tier aufnimmt, ist natürlich auch nicht immer nur alles leiwand, und man hat eine große Verantwortung. Da ist es schon gut, wenn man nicht einfach einmal vorbeikommen kann, ein Tier mitnehmen, und eine Woche später will man dann doch nicht mehr und setzt's auf die Straße.

Auf der anderen Seite, wenn man geradezu unmögliche Forderungen und Bedingungen stellt bekommt man bestimmt auch ganz viele Tierhalter die vor lauter "Katze süß, will haben" die Vertráge nicht durchlesen, nicht ernst nehmen, einfach blind unterschreiben. Und Leute, die von vornherein vorhaben, das Tier zu quälen, werden auch nicht sagen "also, Gesetze breche ich schon, aber einen Vertrag, nein, den muss ich einhalten. Das kann ich jetzt aber nicht unterschreiben".

Und ja, in einen Menschen kann man nicht hineinschauen, und Vorkontrollen bringen auch nur bis zu einem gewissen Grad Sicherheit. Darum darf sich der Verein gewisse Rechte einbehalten. Natürlich. Habe ich nie bestritten. Das ist aber keine Einbahnstraße. Und ich kann in die Menschen von dem Verein auch nicht hineinschauen. Ich kann mein Bestes tun, mir ein Bild zu verschaffen, wie die arbeiten, was die leisten. Das geht abar auch nur in einem gewissen Rahmen und es wird ja wohl keiner bestreiten, dass es auch unter vermeintlich gemeinnützigen Vereinen schwarze Schafe gibt.

Was ist z.B. wenn jemandem die Kastrationspflicht ganz besonders am Herzen liegt. Ist ja sehr löblich. Jetzt hat er aber folgende glorreiche Idee: er vermittelt unkastrierte Katzen mit Schutzvertrag gegen Schutzgebühr und bleibt Eigentümer. Der nichtsahnende Tierhalter schickt brav die Kastrationsbestätigung und am nächsten Tag steht der Verein vor der Tür und nimmt sein Eigentum wieder mit. Vermittelt das Tier an einen anderen, mit höherer Schutzgebühr (weil ist ja schon kastriert), und somit kann er dann eine andere Katze von den Schutzgebühren auch noch kastrieren lassen. Ich hoffe doch, dass Ihr sowas nicht ok findet, aber in Wirklichkeit könnte ein ganzer Jahrgang Philosophiestudenten über die Moral oder Nicht-Moral dieses Vereins Doktorarbeiten schreiben. Fest steht in jedem Fall: laut gángigem Schutzvertrag ist das völlig in Ordnung. Da passt für mich was nicht zusammen.

Bin ich da echt die einzige, die sich da Gedanken macht und kritisch hinterfragt? Ich möchte echt gerne eine Tierschutzkatze aufnehmen und nicht nur wegen dem Geld (wenn alles super klappt, käme ja sowieso noch die eine oder andere Spende hintennach, da kommt's preislich aufs Gleiche raus). Und ich würde auch lieber eine Katze von einem privaten Verein als aus dem Tierheim, eben weil's persönlicher ist und da ganz viel Herzblut dahintersteckt. Aber nicht, wenn ich mir dann die nächsten 20 Jahre lang Sorgen wegen einem depperten Vertrag machen muss.
 
#12
Bin ich da echt die einzige, die sich da Gedanken macht und kritisch hinterfragt? Ich möchte echt gerne eine Tierschutzkatze aufnehmen und nicht nur wegen dem Geld (wenn alles super klappt, käme ja sowieso noch die eine oder andere Spende hintennach, da kommt's preislich aufs Gleiche raus). Und ich würde auch lieber eine Katze von einem privaten Verein als aus dem Tierheim, eben weil's persönlicher ist und da ganz viel Herzblut dahintersteckt. Aber nicht, wenn ich mir dann die nächsten 20 Jahre lang Sorgen wegen einem depperten Vertrag machen muss.
Sorry, aber ein bissl paranoid ist das schon.

So ein Schutzvertrag ist ja auch für dich eine Absicherung.

Was, wenn du ein Kind bekommst, welches allergisch auf die Katzen reagiert? Da könntest du sie der Orga zurückgeben und müsstest nicht selbst einen Platz suchen.

Aber wenn dich das alles so beunruhigt, hole dir zwei Kätzchen von einem Bauernhof.
 
#13
Keiner wird dir einfach so grundlos die Katzen nehmen.

Und deinen Gedanken über die Wegnahme nach der von dir bezahlten Kastration finde ich auch etwas paranoid. Kannst dir ja gleich kastrierte Katzen nehmen.
Hast du in deinem Bekanntenkreis jemanden der Katzen von einem Tierschutzverein hat und mit dem du darüber reden kannst.
 
#14
Liebe Petra, unterhalte dich mal mit Vereinen und darüber was sie schon alles erlebt haben .... da lernt man das man grundsätzlich vom Schlechtesten ausgehen muss...

Aber offenbar bist du nicht bereit auch die andere Seite zu sehen und gehst von deiner Seite auch immer vom Schlimmsten aus... in dem Fall wäre es wohl besser, auf ein Tier zu verzichten, da du mit dieser Einstellung weder im Tierschutz, noch beim Züchter fündig werden wirst.
 
#15
Unwahrscheinlich mögen meine Szenarien wohl sein, aber paranoid? Nein. Ich hab' schon allzu oft erlebt, dass sich Leute als völlig anders herausgestellt haben, als sie sich am Anfang gegeben haben. Und wenn Du mit denen im Geschäft bist und keinen gscheiten Vertrag bist halt der Trottel. Und das will ich vermeiden.

Würdet Ihr denn auch sagen, der Tierschutzverein ist paranoid, wenn ich sagen würde: "Ich will mein Kätzchen kastrieren lassen und ich verspreche, dass ich es tun werde. Aber ich bestehe darauf, dass das nicht als Pflicht meinerseits im Vertrag steht. Wenn ich's eh' versprech', brauch ma's ja net im Vertrag."? Da würde der Verein wohl ein bißl stutzig werden, und zwar völlig zu recht. Denn wenn sich beide einig sind, aber einer will's auf keinen Fall schriftlich festhalten, ist das einfach höchst suspekt.

Dass man, wenn man eine Katze aus irgendeinem Grund nicht behalten kann, die Möglichkeit hat, sie an den Verein zurückzugeben und in guten Händen zu wissen ist natürlich bis zu einem gewissen Grad beruhigend. Aber ich darf mich andererseits natürlich auch nicht darauf verlassen und muss eigentlich mit der Einstellung reingehen, dass ich eventuell selbst schauen muss, dass ich ein gutes Platzerl für die Katze find'. Denn was ist, wenn's den Verein in 10 Jahren nicht mehr gibt?

Bekannte mit "Tierschutzvereinkatzen" habe ich keine. Aber wie gesagt, ich gehe ja grundsätzlich auch davon aus, dass nichts passieren würde, nur mein Glaube heute ist mir zu wenig, wenn's um 20 Jahre +- geht. Da kann sooo viel passieren. Und drum gehört schon eine ordentliche Grundlage her.
 
#16
Aber offenbar bist du nicht bereit auch die andere Seite zu sehen und gehst von deiner Seite auch immer vom Schlimmsten aus... in dem Fall wäre es wohl besser, auf ein Tier zu verzichten, da du mit dieser Einstellung weder im Tierschutz, noch beim Züchter fündig werden wirst.
Hä??? Ohne Dir nahe treten zu wollen, aber geht's noch? Ich bin bereit zu Vorkontrollen, unbegründeten und unangekündigten Nachkontrollen innerhalb eines gewissen Zeitraums (z.B. 1 Jahr), auf konkreten Verdacht begründete Nachkontrollen auch nach diesem Zeitraum, Kastrationspflicht, Veräußerungsverbot, gerechte Tierhaltung, Einhaltung Tierschutzgesetz, von mir aus auch Mitteilung von Adressänderungen, meinetwegen auch jährliche verpflichtende Fotos/Berichte, natürlich alle Kosten für Futter, Tierarzt, etc., Schutzgebühr, Eigentumsverbleib beim Verein, Weitergabe nur unter ganz konkreten Bedingungen, was sonst noch in den Verträgen steht fällt mir grad nicht ein.

Und was will ich im Gegenzug? Rechtssicherheit, dass mir mein Tier nicht grundlos weggenommen werden kann. Oh mein Gott, ich furchtbarer Mensch. Ich stell' mich jetzt ins Eckerl und schäm' mich.
 
Zuletzt bearbeitet:
#17
Hast du dich schon bei der Katzenhilfe Graz oder SOS Katze umgesehen?

Ich habe von beiden Vereinen Katzen und jetzt extra nochmal den Vetrag rausgesucht. In beiden steht, dass du das Tier nicht einfach so weitervermitteln darfst sondern den Verein informieren musst (ist aufgrund des aktuellen Gesetzes sowieso nötig) und dass es dir bei Vernachlässigung oder Verstößen gegen das Tierschutzgesetz abgenommen werden kann.

Beides doch voll ok und zum Schutz des Tieres.

Bzgl. Verein bleibt Eigentümer / Besitzer steht in beiden Verträgen nichts. Bei der Katzenhilfe steht wörtlich "neuer Besitzer" drin.

Beim Tierheim bin ich nur in der Grabenstraße halbwegs informiert, frag am Telefon am besten direkt nach Fr. Bräuer.
 

Ally

Hauskatze
#18
ganz ehrlich und provokant? du hast auch keine "rechtliche" garantie, dass dir deine kinder bleiben. wenn das gericht bzw. das jugendamt der meinung ist, du bist mit der erziehung überfordert (natürlich über einen gewissen zeitraum, etc.), dann wirst du erstmal auch wenig chancen haben, das zu ändern. so ist das auch mit einem schutzvertrag. ich habe und hatte ausschließlich tierschutzkatzen von kleineren und größeren vereinen und somit insgesamt schon sieben schutzverträge unterschrieben und noch NIE wollte mir jemand meine katzen wieder wegnehmen .. weder als ich umgezogen bin, noch, als sich meine privaten lebensumstände verändert haben .. oder sogar schon drei katzen einschläfern lassen musste etc. .. das könnte ja auch "an mir" gelegen haben .. im gegenteil - immer wieder bekomme ich anfragen von den vereinen, mit denen ich teilweise sogar "befreundet" bin, ob ich mir nicht vorstellen könnte, dieses oder jenes notfellchen aufzunehmen. keiner davon wollte irgendwie in irgendeiner weise für mich oder die katzen was negatives. und grundlos wird dir deine katze auch nicht weggenommen. das hast du ja eigentlich auch schriftlich. oder ist für dich der satz (aus dem schutzvertrag von ANAA katzen) .. "kann die herausgabe der katze verlangen, wenn bei kontrollen vertragswidrigkeiten festgestellt werden" so furchtbar? wenn du dir nichts zu schulden kommen lässt, dann wird dir NIEMAND eine katze wegnehmen, wo alle vereine aus allen nähten platzen und die vermittlung aktuell durch das neue tierschutzgesetz erschwert wird? NIEMAND hat interesse daran, sich wieder mehr kosten aufzuhalsen, noch dazu als kleiner verein/pflegestelle. das macht man nur, wenn gegen den vertrag verstoßen wird. und ganz ehrlich: du hast definitiv rechte .. z.B. habe ich die zusage von ALLEN vereinen, dass, wenn ich eine katze aufnehme und die zusammenführung mit meinen katzen nicht funktioniert, ich auch die wieder zurück geben DARF! das ist natürlich für mich eine erleichterung .. oder wohin sonst mit dem armen ding? deine skepsis bzw. dein hinterfragen in ehren, aber das führt eindeutig zu weit.
 
#19
Hast du dich schon bei der Katzenhilfe Graz oder SOS Katze umgesehen?
Mit der Katzenhilfe hatte ich per Email kurz Kontakt, ist aber im Sand verlaufen. SOS Katze habe ich angeschrieben, aber keine Antwort erhalten.

Danke für die Kontaktperson vom Tierheim.

Automatisch zusammengeführtes Posting

ganz ehrlich und provokant? du hast auch keine "rechtliche" garantie, dass dir deine kinder bleiben. wenn das gericht bzw. das jugendamt der meinung ist, du bist mit der erziehung überfordert (natürlich über einen gewissen zeitraum, etc.), dann wirst du erstmal auch wenig chancen haben, das zu ändern.
Wenn ich mit der Erziehung über einen gewissen Zeitraum überfordert bin, ist das auch ein Grund, mir die Kinder wegzunehmen. Das Jugendamt braucht also eine Begründung, im Gegensatz zum Tierschutzverein.

und grundlos wird dir deine katze auch nicht weggenommen. das hast du ja eigentlich auch schriftlich. oder ist für dich der satz (aus dem schutzvertrag von ANAA katzen) .. "kann die herausgabe der katze verlangen, wenn bei kontrollen vertragswidrigkeiten festgestellt werden" so furchtbar? wenn du dir nichts zu schulden kommen lässt, dann wird dir NIEMAND eine katze wegnehmen, wo alle vereine aus allen nähten platzen und die vermittlung aktuell durch das neue tierschutzgesetz erschwert wird? NIEMAND hat interesse daran, sich wieder mehr kosten aufzuhalsen, noch dazu als kleiner verein/pflegestelle.
Also der zitierte Satz ist natürlich nicht furchtbar. Nur müsste er mit "nur dann" ergänzt werden. Denn als Eigentümer kann er die Katze natürlich bei Verstößen gegen der Vertrag zurückverlangen, aber auch aus jedem beliebigen anderen Grund. Und wenn das alles eh' so klar ist, warum unterschreibt man mir das nicht? Wo ist das Problem? Ich versteh's einfach nicht, vielleicht kannst du mir's erklären.


das macht man nur, wenn gegen den vertrag verstoßen wird. und ganz ehrlich: du hast definitiv rechte .. z.B. habe ich die zusage von ALLEN vereinen, dass, wenn ich eine katze aufnehme und die zusammenführung mit meinen katzen nicht funktioniert, ich auch die wieder zurück geben DARF! das ist natürlich für mich eine erleichterung .. oder wohin sonst mit dem armen ding? deine skepsis bzw. dein hinterfragen in ehren, aber das führt eindeutig zu weit.
Dass das ein positiver Aspekt ist, habe ich ja auch schon einmal geschrieben. Aber zu weit geht meiner Meinung nach trotzdem auch der Vertrag. Drum wär's ja so wichtig, offen zu reden, bereit zu sein, die Verträge abzuändern, damit alle zufrieden sein (nicht nur ich, natürlich auch der Verein), und nicht auf stur und "wenn Du Katzen wirklich lieb hättest unterschreibst du auch" zu machen.
 
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